Y O U. G E T. W H A T. Y O U.  S E E.  

 

© CHRIS GUST

 

 

aufgewachsen in einer niedersächsischen kleinstadt zog es mich schon immer nach hamburg, der heimatstadt meiner eltern. hamburg mit allen kulturellen möglichkeiten und dem ganz besonderen hanseatischen charme, der meist alles andere als "steif" ist, sehe ich als "meine" herzensstadt und lebte einige jahre mittendrin. mittlerweile lebe und arbeite ich im nördlichen speckmantel von hamburg, weil ich die natur und ruhe zum atmen und arbeiten - den rückzug um mit mir in verbindung zu bleiben - ebenso brauche, wie die möglichkeiten in und die nähe zur stadt.

 

von kindesbeinen an habe ich gezeichnet, gemalt und mit neuen techniken experimentiert. bereits im teenie-alter nahm ich auftragsarbeiten an, neben bildern entwarf ich auch private zeitungsanzeigen, schrieb leidenschaftlich artikel für die schülerzeitung und erstellte hochzeitszeitungen. schon immer eine sensible träumerin, habe ich 2009 endgültig meine leidenschaft zum beruf gemacht, mich mal wieder dem gesellschaftlichem raster entgegengesetzt und eröffnete 2016 mein "artelier". in allem, was ich tue, spiegelt sich immer auch mein persönlicher lebensweg - die daraus entstandene berufung, meine unerschöpfliche neugier und demut dem leben gegenüber sowie der innige wunsch andere menschen auf ihrem weg zur heilung zu begleiten - wieder.

 

lange habe ich gebraucht, bis ich verstanden hat, dass meine extreme empfindsamkeit kein fluch ist.

schwingungen von anderen menschen zu spüren; alles visuell, aber auch geräusche und gerüche, unglaublich intensiv wahrzunehmen; veränderungen im eigenen körper zu spüren, bevor sie sichtbar werden; verzwickte gedankenkonstrukte detailliert zu formen, auf die andere menschen mit einem augenrollen reagieren oder schlicht nicht nachvollziehen können; nahezu perfekt durchorganisiert zu sein, um eine sichere und absolut effiziente struktur zu haben; all das ist keine strafe.

allerdings braucht es das wissen und zunächst erkennen der eigenen [hoch]sensibilität, um zunächst erleichtert aufzuatmen und bei sich anzukommen. plötzlich zu verstehen, warum man sich so oft anders als die meisten fühlte, wie eine außenseiterin und doch immer mittendrin und in meinem fall zusätzlich, was das mit einem menschen mit einer angststörung macht, gleicht einem befreiungsschlag, der nur schwer in worte zu fassen ist.

seit ich es dann aber vor mittlerweile über 2 Jahren begriff und richtig annehmen konnte, dass dieses intensive fühlen können eine gabe ist, die mir flügel verleiht, senkte sich ein tiefer frieden über mich. "proud to be sensibelchen" trifft es seitdem sehr gut.

 

nach diesen jahren, die geprägt waren von angst- und panikzuständen, habe ich also meinen weg „zurück zu mir selbst“ gefunden, muster und rote fäden aufgedeckt - endlich verstanden (!) und in gnadenloser selbstreflektion erkannt, was das für mich als [hoch]sensible paniklerin bedeutete.

mein aktuelles und emotionalstes projekt überhaupt - „colours of SOUL of colours“ - ist dabei entstanden.

es besteht bereits aus mehreren teilen: bilderserie, buch und „mutruf“ – einander halt geben e.v.

 

unsere schwächen und vermeintlichen „fehler“, die uns mit all unseren positiven eigenschaften zu einem unperfekten perfekten, zu dem menschen machen, der wir sind, gilt es liebevoll anzunehmen und aus dieser neu entdecketen quelle dann unser zauberschönes potential voll entfalten zu können. es ist an der zeit, hinter all die fassaden zu blicken! vor allem frauen glauben oft, in allen lebensbereichen funktionieren zu müssen, wie andere es erwarten, allen ansprüchen der gesellschaft, des partners, der kinder, der freunde gerecht werden zu müssen - eben perfekt sein zu müssen - aber das thema angststörung betrifft auch männer. in den köpfen der gesellschaft muss sich etwas an dieser tabuisierung ändern und so den weg bereiten, dass betroffene zu sich stehen. 

magisch fügt sich ein teilchen zum anderen, wächst und führt mich immer weiter, um betroffenen meine eigenen kämpfe und umwege zu erparen, MUT zu machen, die hand zu reichen.

 

jeder von uns kann mit seinen mitteln die welt verändern, es herrscht so erschreckend viel schubladendenken in den köpfen der menschen. wenn man mit seiner eigenen angstgeschichte an die öffentlichkeit geht macht man sich "nackig" und es begegnen einem viele genau der leute und situationen, die man so gefürchtet hat: es wird getuschelt (natürlich hinter vorgehaltener hand), menschen wenden sich aus scheinheiligen gründen von dir ab, aus sorge, sie könnten selbst mit so einem "spooky-thema" in zusammenhang gebracht werden (stellt sich natürlich die frage, wer dann der eigentliche schisser ist...), einige die sich selbst besonders schlau finden meinen, ich tue das, um mich wichtig zu machen - glaube mir, es wäre einfacher mich zurückzulehen und darüber zu freuen, dass ICH meinen weg gefunden habe. aber wenn das jeder macht, verändert sich nichts, also fasse ich dieses heiße eisen eben an... 

wie sagte albert einstein so schön : " i am thankful to all those who said NO to me. it´s because of them i did it myself."               

also drauf gesch... J E T Z T   E R S T   R E C H T ! 

 

...du bist so viel mehr, als deine angst!    

 

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